Tag 39: Ruhetag in Berzasca

Tag 39: Ruhetag in Berzasca

27.08.2017. Pascal hat sich heute spontan dazu entschieden einen Ruhetag einzulegen. „Heute Morgen fehlte ein wenig die Motivation“, rief er mir zu. Wer will es ihm verdenken, schließlich hatte er seinen letzten Ruhetag in Wien, vor rund 25 Tagen und 1.000 Kilometern. Dazu kam gestern Abend noch eine ausgiebige Beschallung von einer rumänischen Hochzeit. Seine Unterkunft in Berzasca ist idyllisch gelegen, mit Blick auf Donau und Berge. Es könnte schlechtere Orte zum Verweilen geben.

Zusammen mit Nils und Matse nutzen sie den sonnigen Morgen für eine kleine Interview-Session. Die Jungs waren noch ein wenig betrübt, denn gestern touchierte ihre Kameradrohne leider einen Ast, stürzte in die Donau und wurde in den Fluten versenkt – und damit auch die Drohnenaufnahmen vom gestrigen Tag. Die Donau hat schon immer ihre Opfer gefordert. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen für Pascals weitere Reise, denn der Flussgott sollte nun ruhig gestellt sein. Und dann verlor Pascal auch noch seine rote Paddelhose. Nach dem Aufhängen auf der Wäscheleine scheint sie der Wind genommen und in die Donau getragen zu haben. Somit hat Pascal nun leider auch einen kleinen Beitrag zur Verschmutzung der Donau geleistet – aber natürlich nicht absichtlich. Und wer weiß, vielleicht taucht die Hose ja morgen im Verlauf der nächsten Etappe irgendwo an den Ufern wieder auf. Eine Ersatzhose hat er auf jeden Fall dabei, es wird also keinen FKK-Ausflug geben. Wobei, vielleicht würde er dadurch vielleicht noch mehr Aufmerksamkeit für seine Mission erhalten. Nun aber mal wieder Spaß beiseite.

Matse und Nils verabschiedeten sich später von Pascal. Nach ein paar weiteren Landschaftsaufnahmen ging es dann für die beiden wieder zurück nach Belgrad.

Pascal nutzte den heutigen Tag um einfach mal nichts zu machen. Er gönnte sich ein Mittagsschläfchen, er las ein wenig und ließ seine Gedanken treiben. Einen Buchtipp rief er mir noch zu, den ich Euch mit auf den Weg geben soll. Dazu schrieb er mir auch ein paar Zeilen: „Ich habe heute einige Reden von Kodo Sawakia aus dem Buch Zen ist die größte Lüge aller Zeiten gelesen. Auf das Buch bin ich durch den Film ZEN FOR NOTHING aufmerksam geworden, den ich vor zwei Jahren auf dem Münchener Doku-Filmfestival gesehen habe. Ich habe mich für den Abt Muho interessiert und bin so auf seine Bücher gestoßen. In diesem Zusammenhang gibt es noch weiteres, aktuelleres Buch: Ein Regentropfen kehrt ins Meer zurück: Warum wir uns vor dem Tod nicht fürchten müssen. Der Film in Kombination mit den Büchern haben mir auch eine neue Sichtweise auf die täglichen Dinge im Leben gegeben, was bei mir zu mehr Gelassenheit und Leben im Augenblick geführt hat.“

Diese Gedanken kommen für Pascal genau zur rechten Zeit, denn nachdem er noch ein wenig die nächsten Tage plante, fiel ihm auf, dass die Unterkünfte auf den nächsten Etappen wahrlich rar sind. Es ist natürlich etwas, was ihm Sorge bereitet hat. Aber nun ist er bereit auch mal in der Natur zu übernachten, wenn es nicht anders geht. Und er spürt, dass sich die Dinge, wenn man sie den laufen lässt, auch fügen. So bekam er von einem Gastwirt aus dem Ort Orșova am Ende des Eisernen Tores zum einen Tipps, wie er am besten die sehr großen Stauwehre des Eisernen Tores überwinden kann, und zum anderen wird dieser für Pascal auch Unterkünfte für die nächsten Etappen ausloten.

Den Abend möchte Pascal auch weiterhin einfach nur entspannen, denn morgen steht eine harte Etappe von rund 50 Kilometern an. Es geht nach Dubova. TF

PS: Von Christine aus dem Chiemgau haben wir heute einen interessanten Kommentar zum Thema Plastikmüll erhalten. Den Kommentar findet Ihr in unserem gestrigen Eintrag, indem Ihr einfach nach unten an das Ende scrollt: http://sup-muenchen-schwarzesmeer.de/tage-3738-paddelausflug-ins-neratal-von-moldova-veche-nach-berzasca-315-km-540-stunden-9-748-paddelschlaege-gesamtkilometerstand-1-4403-km/. Danke, Christine!

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